Nachrichten über Falun Dafa und die Verfolgung in China

„Tigerbank” und “Totenbett”: Medien in China berichteten über Folter im Masanjia Arbeitslager

Das Masanjia Arbeitslager ist eines von rund 300 Arbeitslagern in China, in welchem Insassen bis zu vier Jahre ohne jegliches Gerichtsverfahren von den Sicherheitsbehörden festgehalten werden können. Schon oft sprachen unabhängige chinesische Medien wie NTD und „The Epoche Times” vom Masanjia Arbeitslager als einem der grausamsten und schlimmsten Folterorte in China, doch nun erschien sogar im Land China selbst ein Artikel, der die menschenunwürdigen Zustände anprangerte.

Nach der mutigen Veröffentlichung einer 14-seitigen Reportage über Folter, Zwangsarbeit und politische Verfolgung im Masanjia-Arbeitslager in der Provinz Liaoning am 6. April 2013 beeilen sich jetzt die chinesischen Zensoren, jegliche weitere Erwähnungen dieses Themas zu verhindern.

Der Artikel mit der Überschrift „Geheimnisse der Frauen-Umerziehung im Arbeitslager Masanjia” enthüllte die schrecklichen Arbeitsbedingungen der Häftlinge und vor allem auch die grausamen Foltermethoden, die dort angewendet werden und für viele Menschen im Tod enden.

Die „Tigerbank” beispielsweise ist eine Foltermethode, bei der die Inhaftierten stundenlang in extrem schmerzhaften Positionen auf einem Stuhl festgebunden werden. Beim sogenannten „Totenbett" werden Häftlinge sogar tagelang auf einem Bett festgeschnallt, Beine und Arme unbeweglich von sich gestreckt. Über das „Aufhängen" berichtet eine 57-jährige frühere Inhaftierte in einem Interview mit ARD Peking: „Sie haben meine Handgelenke an dem oberen Gestell eines Etagenbettes festgebunden, so dass meine Füße den Boden nicht mehr berühren konnten. Aber das reichte nicht. Sie haben mir Holzstücke an die Beine gebunden, um mich davon abzuhalten, mit den Füßen zu strampeln. Irgendwann bin ich bewusstlos geworden. Ich weiß nicht mehr, wann sie mich heruntergenommen haben."

Im vergangenen Jahrzehnt hat das Falun Dafa-Informationszentrum eine Fülle von Zeugenaussagen_Überlebender aus Zwangsarbeitslagern erhalten. Unter ihnen stammen die erschütterndsten aus dem Masanja-Lager, wo eine tägliche Arbeitszeit von 14 - 18 Stunden zum Alltag gehört. „Manchmal waren es sogar 20 Stunden oder mehr, wenn sie ein Produkt dringend gebraucht haben", sagte Frau Jia Yahui, die 14 Monate in Masanjia zubringen musste. Frau Jia, eine Falun Gong-Praktizierende, wurde während einer Verhaftungswelle im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking entführt und gezwungen, vor allem für den Export bestimmte Produkte herzustellen, darunter Spielzeug, Blumen, Toilettenartikel und zahlreiche Nahrungsmittel. Als äußerst bedenklich beschrieb sie auch die Qualität der dort hergestellten Produkte: „Ich habe Paprika in Flaschen abgefüllt, die für Korea bestimmt waren. Ich habe Wursthüllen angefertigt. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie schmutzig die Umgebung war", sagt Jia, die heute in New York lebt.

Die „Entlohnung” für die Arbeit sollte bei 1,20 Euro pro Monat liegen, jedoch sehen die Inhaftierten auch von dieser unvorstellbar minimalen Summe nichts.

Der detaillierte Bericht wurde umgehend von der Zensur gelöscht, jedoch erschien er später wieder im Internet. Ein Aufschrei der Empörung sowohl seitens der chinesischen Bevölkerung als auch der internationalen Gemeinschaft zwang die Behörden jedoch zu einer Stellungnahme.

Man habe die Vorwürfe untersucht, hieß es in einem Online-Bericht der „Rechtszeitung" „Fazhi Bao": „Das Umerziehungslager Masanjia schützt die Rechte der Häftlinge - auch was die Standards der Mahlzeiten angeht: die medizinische Versorgung, die Arbeitszeiten und die Bezahlung. Alles erfüllt die Vorgaben des Justizministeriums. Es gibt keinerlei Verstöße gegen die_Vorschriften."

Die Aussagen tausender Insassen von Arbeitslagern, welche Folter und Gehirnwäsche überstanden und lebend dem Arbeitslager entkamen, sowie die Berichte über die Todesfälle, die laufend auf minghui.de aktualisiert werden, zeugen jedoch vom Gegenteil.

Julia Klavacs

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