Zum Gedenken an den 27. Jahrestag des historischen Appells veranstalteten Falun-Dafa-Praktizierende beim Wiener Stephansplatz eine Kundgebung mit dem bekannten US-amerikanischen Menschenrechtsaktivisten und Investigativjournalisten Ethan Gutmann.
Ethan Gutmann erzählte in seiner Rede, dass er zum ersten Mal am 25. April 1999 in Peking von Falun Dafa gehört habe. Durch Interviews mit Zeugen, die an der Protestaktion teilgenommen hatten, habe er die wahren Hintergründe über die Verfolgung erfahren.
Unter der strengen Kontrolle der KPCh hingegen durften die Medien nur das berichten, was das Regime erlaubte.
Gutmann sagte, er habe mehrere Praktizierende kennengelernt, deren vorbildlicher Charakter bei ihm einen tiefen Eindruck hinterlassen habe. Wie viele andere Praktizierende seien auch diese in China brutal verfolgt worden. Er habe auch gesehen, wie die Polizei auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking Praktizierende gewaltsam in Polizeiautos gezerrt und unter Anwendung von Gewalt weggeschafft hatte.
Passanten entsetzt über die Verfolgung
Eine Touristin aus Großbritannien, die zum ersten Mal in Wien unterwegs war, reagierte positiv auf die Aktion der Praktizierenden und zeigte Interesse, Falun Dafa näher kennenzulernen. Sie war der Meinung, dass Meditation zweifellos der beste Weg sei, um mit seinem wahren Selbst in Verbindung zu treten. Über die Verfolgung in China war sie entsetzt. „Das ist schrecklich!“, wiederholte sie schockiert. Dann griff sie zum Stift und unterschrieb eine Petition, um das Ende der Gräueltaten zu fordern.
China: Erinnerung an den Appell vom 25. April 1999 – was geschah damals?
Im April 1999 erschien in Tianjin* ein Artikel, der Falun Dafa verfälscht darstellte. Praktizierende begaben sich daraufhin zu den zuständigen Behörden, um die Sachlage aufzuklären. Jedoch wurde Bereitschaftspolizei entsandt, um die Versammlung aufzulösen; dabei wurden Praktizierende geschlagen, und 45 von ihnen wurden verhaftet.
Mehr als 10.000 Praktizierende reisten dann am 25. April nach Peking, um für deren Freilassung zu appellieren und die Regierung zu bitten, ihr gesetzliches Recht auf die Ausübung ihres Glaubens anzuerkennen.
Sie trugen keine Waffen. Sie riefen keine Parolen. Sie strebten nicht nach Macht. Sie baten nur um eines: die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Die Angelegenheit wurde an jenem Tag friedlich beigelegt. Trotzdem leitete Jiang Zemin – der damalige Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) – drei Monate später, am 20. Juli 1999, eine landesweite Verfolgung von Falun Dafa ein. Diese Verfolgung dauert nun schon seit fast 27 Jahren an.
*Tianjin ist eine der vier regierungsunmittelbaren Städte in China, das heißt direkt der Zentralregierung in Peking unterstellt, und hat damit denselben Status wie eine Provinz.